Wie attraktiv ist die staatlich geförderte Rürup Rente noch?

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Wenn Sie schon einmal von der staatlich geförderten Rürup Rente (Basisrente) gehört habe, wahrscheinlich nicht unbedingt viel Positives. Verbrauchermagazine und Testzeitschriften bescheinigen den Rürup Renten Produkten eher durchschnittliche bis schlechte Werte. „Kunden müssen über 90 Jahre alt werden…“ und ähnliche Fazits dominieren die Medienstimmen zum Rürup Modell. Meist ist die Rürup Rente deutlich unbekannter als die Riester Rente, über welche ebenfalls kritisch berichtet wird.

Grund sind hohe Kosten

Schaut man sich den wesentlichen Grund für das schlechte Abschneiden der Rürup Produkte an, liegt dieser in den hohen, internen Produktkosten dieser Rentenverträge. Diese schmälern, gerade in Zeiten niedriger Zinsen, die Renditen der Verträge deutlich. Übliche Tarife kommen schnell auf 1-2% Renditeeinbußen pro Jahr, durch die hohen Vertragskosten. Wenn man auf der Gegenseite sieht, dass Versicherer bei klassischen Rürup Policen Mühe haben 3% Zins im Jahr zu erwirtschaften, bleiben für den Verbraucher nicht mehr als 1-2% Zins nach Kosten übrig. So verdient die Versicherungswirtschaft ordentlich an den staatlich geförderten Modellen Rürup und Riester.

Interessante Alternativen – Honorar- & Nettotarife

Mittlerweile gibt es einige Versicherer, die so genannte Honorar- oder Nettotarife anbieten. Dies sind Tarife, die ohne interne Abschlusskosten und mit deutlich geringeren Verwaltungskosten kalkuliert sind. Bei diesen Tarifen wird auf sämtliche Vertreterprovisionen verzichtet, somit ist die Kostenstruktur deutlich günstiger. Rürup Renten Honorar- & Nettotarife kommen auf Renditeeinbußen durch Kosten von nur 0,50 bis 1% jährlich. Damit sind diese Tarife deutlich effizienter und attraktiver als übliche Provisionstarife.

Rürup Rente ETF Policen hochattraktiv

Die kosteneffizienten Honorar- & Nettotarife der Basisrente gibt es bei einigen wenigen Versicherern auch als Rürup Rente ETF Police. Innerhalb dieser Policen ist eine Anlage der Gelder in kostengünstige Indexfonds auch so genannte ETF’s (Exchange Traded Funds) möglich. Bei Laufzeiten ab 12 Jahren bieten diese Produkte ein deutlich besseres Renditepotential bei minimaler Kostenstruktur. Leider sind solche Produkte in der Versicherungswirtschaft noch rar gesät, da die Versicherer an den Indexfonds ebenfalls keine Provisionen verdienen. Häufiger werden innerhalb von Rürup Policen aktiv verwaltete Investmentfonds angeboten, da diese eine zusätzliche Vergütung für Versicherer einspielen. Diese geht jedoch auf die Rendite der Verbraucher, da aktive Fonds deutlich höhere, interne Kosten beinhalten und im Durchschnitt schlechter abschneiden als Indexfonds.

Besonders für Gutverdiener attraktiv

Die staatliche Förderung der Rürup Rente funktioniert über eine steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge. Somit ist eine solche Rente besonders für Personengruppen mit hohem Einkommen attraktiv. Vor allen Dingen Selbständige, Freiberufler und leitende Angestellte nutzen sie als zusätzlichen Rentenbaustein. Wenn Sie Ihr persönlicher steuerlicher Freibetrag sowie die Steuerersparnis aus einer Rürup Rente interessiert, können Sie diese mit diesem Steuerrechner kostenlos ermitteln.

Rentabilität hängt von Einkünften im Alter ab

Dabei schneidet eine Rürup Rente besonders günstig ab, wenn die Einkünfte im Alter geringer sind als die Einkünfte im Erwerbsleben. Dies trifft auf die meisten Bundesbürger zu. Die Basisrente muss im Alter versteuert werden. Durch den geringeren Steuersatz im Alter ergibt sich ein positiver Steuereffekt.

Vermögensstrategie entscheidend

Für den persönlichen Steuersatz im Alter spielen vor allen Dingen Betriebsrenten, die gesetzliche Rente sowie Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung eine Rolle. Wer also im Alter z.B. vermietete Immobilien erbt, für den wird eine Rürup Rente weniger attraktiv sein. Denn dann werden auch im Alter hohe zu versteuernde Einkünfte und damit auch ein hoher Steuersatz vorhanden sein. Dann sind auch die Steuerabzüge auf die ausgezahlte Rürup Rente recht hoch.

Wer dagegen Geld in liquiden Geldanlagen anspart wie zum Beispiel auf Konten, in Anleihen, Fonds oder anderen Bankprodukten, kann im Alter durchaus ein Vermögen angespart und trotzdem sehr geringe Steuersätze im Alter haben. Denn die Einkünfte aus Zinserträgen werden mittlerweile pauschal mit der Abgeltungssteuer besteuert und fallen nicht unter das zu versteuernde Einkommen. Für dieses Beispiel würde eine Rürup Rente durchaus Sinn machen.

Vergleichbar mit gesetzlicher Rente

Weitere Einschränkungen dieser Rentenvariante wurden von der gesetzlichen Rente übernommen. Da der Gesetzgeber ausschließlich eine lebenslange Altersrente fördern möchte, ist eine Kapitalauszahlung bei Rürup Renten ausgeschlossen und eine Vererbbarkeit ist ausschließlich als Rente an Ehegatten oder Kinder bis maximal 25 Jahre möglich.

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