Wie funktioniert Autopfand?

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Geld gegen Auto – im Grunde ganz einfach. Im Autopfandhaus läuft es nicht anders als in normalen Pfandhäusern. Gegen Verpfändung eines Gegenstands – in diesem Fall ein Auto – wird ein Darlehen gewährt, das der Verpfänder innerhalb eines festgelegten Zeitraums an den Gläubiger zurückzuzahlen hat. Das Fahrzeug verbleibt währenddessen beim Pfandleiher und dient diesem als Sicherheit. Auch ein Autopfandhaus darf nur mit staatlicher Zulassung betrieben werden, denn auch für das Autopfand gelten die Bestimmungen, die sich aus der deutschen Pfandleiherverordnung ergeben sowie aus Vorgaben aus § 34 der Gewerbeordnung.

Wichtig: Normalerweise können Kunden nach Aufnahme des Pfandkredits nicht mehr über ihr Fahrzeug verfügen. Angebote, bei denen damit geworben wird, dass der Kunde sein Fahrzeug auch weiterhin wie gewohnt nutzen kann, gelten in der Branche als unseriös. Nicht selten handelt es sich hierbei um Verstöße gegen die Pfandleiherverordnung und der Kunde geht ein hohes Risiko ein. Einige Kfz-Pfandhäuser bieten ihren Kunden den Service eines günstigen Mietwagens. Bei diesen Mietfahrzeugen handelt es sich jedoch nicht um bei dem Kfz-Pfandleihhaus verpfändete Fahrzeuge.

Wie wird der Wert eines Fahrzeuges ermittelt?

Im Gegensatz zu Schmuck und anderen Wertgegenständen lässt sich der Fahrzeugwert zunächst anhand der Kfz-Papiere und der Fahrgestellnummer abschätzen. Damit ist es jedoch noch nicht getan, denn das Auto könnte versteckte Mängel aufweisen, technische Defekte oder Unfallschäden mitbringen. Das erhöht den mit der Beleihung verbundenen Aufwand, denn der Pfandleiher muss das Fahrzeug zuerst einer sorgfältigen Prüfung unterziehen, ehe er es als Pfand annehmen kann. Hinzu kommt, dass das Fahrzeug einer sicheren Unterstellung bedarf, um den Werterhalt zu sichern, was sowohl im Interesse des Kunden als auch des Pfandleihers ist.

Welcher Betrag wird ausbezahlt?

Der Auszahlungsbetrag bemisst sich nach Wertbeständigkeit und Nachfrage auf dem Markt. Üblicherweise werden Beträge, die 60-70 Prozent des Marktwertes entsprechen, an den Kunden ausgezahlt. In manchen Fällen kann der Prozentsatz sogar noch höher – bei um die 80 Prozent – liegen. Sollte der Kunde seinen Kredit nicht bedienen können und es zu einer Versteigerung kommen, ist die Pfandleiherverordnung auf seiner Seite. Mindererlöse werden vom Pfandleiher getragen, Mehrerlöse an den Kunden ausbezahlt.

Was sind die Vor- und Nachteile eines Pfandkredits?

Die Vorteile, sein Auto zu beleihen, bestehen im Wesenlichen in zwei Punkten: Zum einen können auch Personen mit negativen Bonitätsmerkmalen, beispielsweise einem SCHUFA-Eintrag, auf diesem Weg ein Darlehen erhalten, denn der Pfandleiher führt keine sonst übliche Bonitätsprüfung durch – er hat als Sicherheit das Fahrzeug. Zum anderen bekommt der Kreditnehmer das Geld innerhalb kürzester Zeit – direkt nach der Bewertung des Fahrzeugs und den Formalitäten wie der Unterzeichnung des Pfandvertrags – ausbezahlt. Als nachteilig betrachten einige die relativ hohen Zinsen eines solchen Kredits, die immer (da in der Pfandleihverordnung so vorgeschrieben) bei monatlich 1 Prozent liegen. Hinzu kommen die Kosten für die Unterstellung des Fahrzeugs (je nach Fahrzeug und Anbieter liegen diese Kosten bei etwa 2-5 Euro pro Tag) sowie die Kostenpauschale, die bei Krediten über 300 Euro individuell vom Pfandleihhaus festgelegt werden kann. Meist liegt diese zwischen ungefähr 2 und 5 Prozent.

Bild: bigstockphoto.com / andrianocz

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